Nathan Cole hielt Trinity die offene Hand hin.
„Das Telefon“, sagte er.
Adam stand so abrupt auf, dass sein Champagnerglas umkippte.
Die Flüssigkeit lief über den Klapptisch und tropfte auf seine Hose, doch er bemerkte es kaum.
Sein Blick hing an dem zweiten Handy in Trinitys Hand.
„Setz dich“, sagte Nathan.
Es war kein lauter Befehl.
Gerade deshalb gehorchte Adam.
Trinity sah zwischen den beiden Männern hin und her.
Ihre sorgfältig aufgetragene Selbstsicherheit war verschwunden.
Die Sonnenbrille, die beim Einsteigen noch wie eine Krone in ihrem Haar gesteckt hatte, lag nun schief neben ihrer Handtasche.
„Er hat gesagt, die Firma wisse von allem“, flüsterte sie.
„Er sagte, ich wäre offiziell als externe Beraterin eingetragen.“
„Du solltest den Mund halten“, zischte Adam.
Nathan beugte sich über den Tisch.
„Drohen Sie ihr nicht.
Und fassen Sie niemanden mehr an.“
Ich stand mit dem Getränkewagen am Rand der Kabine und spürte, wie mein Herz gegen meine Rippen schlug.
Von außen wirkte ich ruhig.
Meine Hände lagen flach auf dem Griff des Wagens.
Niemand sah, wie fest ich die Finger darum geschlossen hatte.
Die leitende Flugbegleiterin Elena trat neben mich.
Sie war seit achtzehn Jahren im Dienst und hatte schon betrunkene Geschäftsleute, panische Passagiere und medizinische Notfälle erlebt.
Ein untreuer Ehemann war für sie kein Sicherheitsproblem.
Ein Mann, der einer Kollegin das Handgelenk packte und sie bedrohte, schon.
„Geht es dir gut?“, fragte sie leise.
Ich nickte.
„Ja.“
Es war nicht ganz wahr.
Aber ich konnte atmen.
Das genügte für den Moment.
Nathan nahm Trinity das Telefon ab.
Sie entsperrte es mit zitternden Fingern und öffnete einen Nachrichtenverlauf.
Adam versuchte, sich vorzubeugen, doch Nathan drehte das Display von ihm weg.
Die erste Nachricht war drei Monate alt.
Adam hatte geschrieben: „Schick die Rechnung über D.
G.
Strategy.
Verwende dieselbe Signatur wie beim letzten Mal.“
Darunter befand sich eine Bilddatei.
Meine Unterschrift.
Nicht ähnlich.
Nicht nachgezeichnet.
Es war eine digitale Kopie meiner echten Unterschrift aus einem Dokument, das ich zwei Jahre zuvor für unsere gemeinsame Steuererklärung unterschrieben hatte.
Trinity hatte geantwortet: „Ist das legal?“
Adam: „Dakota unterschreibt alles, was ich ihr hinlege.
Niemand wird fragen.“
Nathan las schweigend weiter.
Mit jeder Nachricht veränderte sich sein Gesicht.
Nicht dramatisch.
Seine Lippen wurden nur schmaler, und sein Blick verlor jede Spur persönlicher Überraschung.
Er war nun nicht mehr der Mann aus Sitz 1A.
Er war der Finanzvorstand eines Unternehmens, das gerade entdeckte, dass ein leitender Angestellter Firmenvermögen veruntreut und Dokumente gefälscht hatte.
Adam versuchte es mit einem Lachen.
„Nathan, komm schon.
Das sind private Nachrichten aus dem Zusammenhang gerissen.